| Die Austellung der Bonner Kunsthalle «Im Zeichen der Stadt. Zeitgenössische Kunst aus der Türkei» findet parallel zu den beiden Austellungen «Troja» und «Hethiter» der Bundeskunsthalle statt.
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| © Kunstmuseum Bonn, Reni Hansen |
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| Sherat Kiraz. Routine, 2001. Rauminstallation, mixed media. |
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Die Austellung möchte ein Gegengewicht zum Bild des Ferienlandes Türkei, das mit antiken Preziosen bestückt ist, bilden. Die Türkei ist ein vitaler, lebendiger Partner zwischen Europa und Asien, sie hat viele Probleme, ist aber eben gerade nicht der oftmals bemühte kranke Mann am Bosperus wie allein die vitale Kunstszene zeigt. Das Kunstmuseum Bonn führt bereits seit einigen Jahren Ausstellungen durch, die sich mit der geographischen Peripherie der künstlerischen Produktion in einer globalisierten Welt beschäftigen. Am Anfang stand 1996 die große Ausstellung «China!», es folgte Portugal im Jahr 1999 und nun sollen acht Positionen zur heutigen türkischen Kunst vorgestellt werden. Die Bonner
Ausstellung ist kein Rückblick über die Kunst in der Türkei seit 1945. Sie versteht sich als eine junge, aktuelle Position zu künstlerischen Gedanken, die acht unterschiedlich denkende künstlerische Persönlichkeiten in sich tragen und formulieren. Alle Künstler leben in der Türkei, genauer gesagt in Istanbul. Sie zeigen auf, dass die Kunst der Türkei heute sehr wohl einen internationalen Anspruch erheben darf und verdeutlichen, dass die Akademien und Ausbildungsinstitute sich internationalisiert haben, sich von vielen traditionellen Fesseln befreit haben. Die Ausstellung zeigt, dass sich die Türkei in einem Aufbruch befindet. Die Künstler sind technisch organisiert, wie in kaum einem anderen Land. Lange Traditionen der Malerei, wie sie das Abendland kennt, belastet sie nicht. Sie haben schnell den Sprung in jene Medien gefunden, die künstlerisch
unbelastet sind.
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| © Kunstmuseum Bonn, Reni Hansen |
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| xurban.net. Central Intelligence, 2001. Raumbezogene Installation, Fotografie, Projektionen. |
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Künstler aus den unterschiedlichsten Landesteilen leben heute zumeist in Istanbul: an der Schnittstelle zwischen Orient und Okzident, im 'Zeichen der Stadt', die als einzigartige Metropole zugleich aus Asien und Europa besteht, und alle ihre positiven wie negativen Gegensätze seit Jahrhunderten verinnerlicht hat. Sie erleben die alltägliche, brutale Konfrontation mit ständig wechselnden, hochdifferenzierten oder trivialen Elementen - der Tradition und der Moderne, des Osmanischen Reiches und von Byzanz, des Islams und des Christentums, der ethnischen Vielfalt und des Hegemonialanspruchs - als einen Dauerzustand. Parallel zu der Ausstellung im Kunstmuseum wird die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland eine archäologische Ausstellung über die
Hetither, die anatolische Kultur, zeigen. Drei zeitgenössische Künstlerpositionen werden dort integriert. Handan Börüteçene (*1957 Istanbul), Hüsamettin Koçan (*1946 Bayburt) und Berin Gökçen (*1975 Istanbul) führen eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Geschichte ihres Landes, speziell der Archäologie. Deshalb werden ihre Werke im Zusammenhang mit der Hetither-Ausstellung gezeigt. |