| In eines der faszinierernsten und zumeist dann doch unterschätzten Ländern Afrikas entführt die Ausstellung "Der Sudan. Arabien und Schwarzafrika am Nil".
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| Sudan - Arabien und Schwarzafrika am Nil. |
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Die faszinierende Ausstellung - ein Erlebnis für alle Sine, dank der ungewöhnlich aufwendigen Ausstellungsarchitektur und -gestaltung - stellt die Stämme, ihre Lebensweisen sowie die Verschiedenartigkeit des Landes und seiner Menschen in den Mittelpunkt der Präsentation, die von Thema und Umfang her noch lange ihresgleichen suchen wird. Von Europa aus betrachtet stellt sich der Sudan als ein einheitliches homogenes Staatsgebilde dar, doch in Wirklichkeit stößt man im größten Land Afrikas auf eine Vielzahl unterschiedlicher Landschaften, Kulturen und Stämme. Grob betrachtet lässt sich das Land in zwei verschiedene (Kultur-) Regionen einteilen: Dominiert in den nördlichen Landesteilen des Sudan die arabische Kultur und die Religion des Islam, so leben im Süden typische
schwarzafrikanische Ethnien, denen es zum Teil bis heute gelungen ist ihre ursprüngliche Lebensweise beizubehalten. Die Ausstellung unternimmt den gelungenen Versuch diese grobe Zweiteilung des Landes zu durchbrechen indem sie differenziert auf einzelne Völker des Sudan eingeht. So werden beispielsweise aus dem Süden des Landes die Shilluk vorgestellt, die unter einem Gottkönig leben, in dessen Händen sich alle Macht konzentriert und denen die viehzüchtenden Dinka gegenübergestellt werden, bei denen zwar strenge Regeln des Zusammenlebens gelten, die aber keine Form staatlicher Autorität kennen.
Im Norden des Landes dominieren hierzu ganz gegensätzlich große Nomadenstämme, wie die Beja und ihre wohl berühmteste Stammesgruppe, die Handedowas, die Krieger des Mahdi, oder die rund 400.000 Raschieden, die vor rund einhundert Jahren aus Saudi-Arabien eingewandert sind und heute in der ganzen arabischen Welt für ihre hochgezüchteten Rennkamele bekannt sind.
Darüber hinaus besitzt der Sudan auch heute noch ungewöhnliche Reichtümer längst vergangener Hochkulturen, wie das Großreich von Kusch, dominierender Faktor im Sudan der Antike, von dem prächtige und zum Teil vollständig erhaltene Pyramiden und Tempel, denen sich die Ausstellung, "Soudan - Royaumes sur le Nil", (München, Paris 1997) widmeten. Einschlägige Objekte in der Ausstellung zeugen von einer untergegangen Hochkultur, die der ägyptischen in nichts nachstand und Jahrhunderte überdauert hat. Einen spezifischen Bezug zu Österreich und die Verhältnisse die im Sudan des 19. Jahrhunderts herrschten erhält der Besucher durch die Darstellung des Zeitalters des Mahdi und dem Fall von Khartoum. Die ausgestellten Gewänder, Waffen, Bilder und die Rezeption im
Buch geben einen Eindruck der damals herrschenden Situation die insbesondere die Schicksale von Rudolf Slatin und Franz Binder beeinflussten. Grundlage dieser ungewöhnlichen "Erlebniswelt Sudan" - die zum einen vom Lehmboden bis hin zu Gerüchen und Geräuschen reicht und zum anderen den Besucher durch Originale von Zelten und Hütten der verschiedenen Stämme in die Wohnformen einführt - bilden die 15 Reisen des Ausstellungsleiters Erich Pröll. Es gelang ihm einerseits die einzigartigen historischen Besonderheiten des Landes wiederzuspiegeln und andererseits gerade auch die jüngste Geschichte und vor allem die vielfältigen ethnologischen Aspekte dem Besucher schlüssig aufzuzeigen. Abgerundet wird die Dokumentation mit Leihgaben aus privaten Sammlungen und den Völkerkundemuseen Berlin und München. Vor allem aber die bei den Stämmen erworbenen Exponate -
wie beispielsweise Schwerter und Schilder der kriegerischen Hadendowa - sowie bisher noch nie gesehenes Bild- und Filmmaterial machen die Ausstellung zu einem multimedialen Ereignis, das der Besucher mit dem Eindruck verlassen wird "Ich war im Sudan!" |