| Vorderasiatische Museen sind Mittler der künstlerischen Hinterlassenschaften des Alten Orients als sichtbarem Ausdruck der kulturgeschichtlichen Entwicklung der Altorientalischen Hochkulturen.
Sie beziehen auch die vielfältigen Kulturen, ausgehend von Anatolien und Mesopotamien bis zum Iran und über die Levante bis zur Arabischen Halbinsel über acht Jahrtausende von der beginnenden Seßhaftigkeit bis zum Einfluß des Hellenismus auf den Orient ein. Aus Anlaß des einhundertjährigen Bestehens des Vorderasiatischen Museums Berlin am 7. Mai 1999 fand ein Kolloquium "Vorderasiatische Museen: Gestern - Heute - Morgen" statt, das Gelegenheit zu einem intensiven Erfahrungsaustausch und zur Diskussion von Zukunftsperspektiven bot. In Übersichtsvorträgen geben die Direktoren von vier Museen Einblicke in die Entstehungsgeschichte der jeweiligen Sammlungen, deren Grabungen und Ankäufe, erste
Präsentationen, Änderungen und Konzepten und Räumen, Zukunftsvisionen usw. In einem zweiten Teil liegt der Schwerpunkt auf Berlin als Wissenschaftsstandort: die Vorgeschichte des Vorderasiatischen Museums vor 1899 wird durch Nicola Crüsemann vorgestellt. Die Geschichte der Berliner Keilschriftsammlung wird von Joachim Marzahn präsentiert. Einen Höhepunkt bilden die großen deutschen Ausgrabungen vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute und deren Aufarbeitung: Assur dargestellt von Ralf-B. Wartke, Babylon aufgezeigt von Evelyn Klengel-Brandt, Uruk vorgeführt von Margarete van Ess, Habuba Kabira präsentiert von Kay Kohlmeyer, Tall Knedig aufbereitet von Lutz Martin. In der abschließenden Podiumsdiskussion zu Ausstellungskonzepten wurde deutlich, welche Überlegungen und Problemlösungen zu diesem Komplex in den vier Museen von Weltrang existieren. Beate
Salje (Hrsg.): Vorderasiatische Museen. Gestern · Heute · Morgen.
Berlin · Paris · London · New York. Eine Standortbestimmung.
4°. V, 138 S. mit 108 s/w-Abb. Geb. mit Schutzumschlag.
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