| Zum ersten Mal nach der iranischen Revolution werden die Schätze des Iranischen Nationalmuseums in Teheran im Ausland gezeigt.
|
 |
| © Kunsthistorisches Museum Wien |
|
| Reliefkopf eines bärtigen Mannes, Persepolis. Zeit des Darius (522-486 v. Chr.). |
|
Nachdem es seit mehr als einem Viertel Jahrhundert weder in Europa noch in den USA eine Ausstellung mit prähistorischer antiker und islamischer Kunst aus dem Iran gab präsentiert das Kunsthistorische Museum Wien und danach die Bundeskunsthalle in Bonn der Öffentlichkeit Kulturgüter dortiger Museen, die sonst bestenfalls nur einigen Fachgelehrten zugänglich wären. Zum ersten Mal nach der iranischen Revolution werden die Schätze des Iranischen Nationalmuseums in Teheran im Ausland gezeigt. Von den 180 Meisterwerken waren viele noch nie in einer Ausstellung zu sehen. Die Schau gibt einen Überblick über die Archäologie Persiens vom frühen 7. Jahrtausend bis in das 11. nachchristliche Jahrhundert, in die frühislamische Zeit. Als ein besonderer Höhepunkt der Ausstellung darf sicherlich die prähistorische Keramik Irans gelten, die ein ebenso vielfältiges wie faszinierendes Spektrum des frühen künstlerischen Schaffens in der Region dokumentiert. Ein weiteres Glanzlicht stellen prunkvollen Gold- und Silbergefäße der achaimenidischen Großkönige (558 - 338 v. Chr.) dar, die in ihren Palästen in Susa und Persepolis als Herren des ersten Weltreiches der Geschichte unermessliche Reichtümer versammelten.
 |
|
| © Kunsthistorisches Museum Wien |
|
| Porträtkopf eines Königs. Shami (Khuzistan, Südwest-Iran). 2. Hälfte 2 Jhr. v. Chr. Bronze. |
|
Griechische Einflüsse im künstlerischen Schaffen Irans gewinnen im Zuge der Eroberung Persiens durch Alexander den Großen und den nachfolgenden seleukidischen Königen zunehmend an Einfluss. Diesen Einflüssen konnte sich in Folge auch die iranische Herrscherdynastie der Arsakiden (247 - 224. n. Chr.) nicht verschließen. Gerade aber aus dieser Periode der iranischen Kunstgeschichte ist es gelungen eine bisher noch nie gezeigte Auswahl an Skulpturen, Keramik und Glas zusammenzustellen. Eine Rückbesinnung auf traditionelle iranische Werte erfolgte mit dem Herrschaftsantritt der Sasaniden (224 - 651 n. Chr.), mit einer nahezu bruchlosen Überleitung von der Antike in das Mittelalter. Die sasanidische Kunst mit ihrer
reichen Formen- und Bildsprache ist auch noch in der Kunst der arabischen Eroberer gegenwärtig. Erstmals zeigt die Ausstellung Elemente verschwenderischer Stuckdekorationen sasanidischer Paläste aus einem Herrenhaus im Südiran. Den Abschluss der Schau bildet die frühislamische Periode mit Silber-, Keramik- und Glasgefäßen. Diese spiegeln nicht nur den noch ungebrochenen sasanidischen Einfluss, sondern zeigen insbesondere auch neue Elemente in Form und Dekor auf, die schließlich in eigene islamische Bildsprache mündeten. |