| Mit der Ausstellung "Gold der Pharaonen" - die zugleich auch die Wiedereröffnung der Ägyptischen Abteilung des Kunsthistorischen Museums Wien markiert - wird eindrucksvoll der Versuch unternommen anhand herausragender Beispiele der altägyptischen Schmuckproduktion genau jene Faszination darzustellen, die über Jahrtausende unser Bild vom pharaonischen Ägypten beeinflusste.
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| © Ägyptisches Museum Kairo, mit freundl. Genehmigung des KHM |
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| Maske des Generals Wendjebauendjed. Tanis, um 1000 v. Chr. |
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Die Ausstellung führt nicht nur eine erfolgreiche Reihe Wiener Ausstellungen - die diesem besonders kostbaren Metall aus Sicht der jeweils betrachteten Kultur gewidmet waren - weiter, sondern manifestiert darüber hinaus auch die intensive Zusammenarbeit mit den entsprechenden Institutionen Ägyptens, ohne die eine Ausstellung, mit einer solch quantitativen und qualitativen Fülle an Objekten, gar nicht möglich wäre und so konnten Leihgaben nach Wien gegeben werden, wie sie in diesem Umfang zum Thema "Gold der Pharaonen" noch nie zur Verfügung gestellt wurden. Die Objekte aus dem Ägyptischen Nationalmuseum sind aber seit den Ereignissen des 11. September 2002, die die organisatorischen Vorbereitungen stark prägten, die Ausstellung im Gegensatz zu vielen anderen aber nicht unmöglich
machten, nicht nur besonders wertvolle, einzigartige kunsthandwerkliche Objekte der Pharaonen, sondern darüber hinaus auch Sendboten eines arabisch-islamischen Staaten, dem es ein Anliegen ist für Frieden und Verständnis - gerade zwischen den Kulturen - einzutreten. Ägypten kam im Alten Orient geradezu eine Monopolstellung in Sachen Gold zu und wurde in alten Texten gar als Land charakterisiert, "indem Gold reichlicher vorhanden ist als Staub". Neben eigenen Goldvorkommen gelangte das kostbare Metall aber nicht nur auf dem Handelswege nach Ägypten, sondern ebenso als Kriegsbeute und Tributszahlung und stellte in pharaonischen Zeiten einen wichtigen politischen und wirtschaftlichen Faktor dar.
Die ausgestellten und im Katalog brillant beschrieben bzw. abgebildeten rund 180 Objekte umfassen einen Zeitraum von rund drei Jahrtausenden Menschheitsgeschichte am Nil. Angefangen mit der frühdynastischen Zeit und dem erstmaligen Nachweis von Halsketten mit aus Goldblech geformten Anhängern, über das Alte, Mittlere und Neue Reich bis in die Spätzeit und somit letztlich an das Ende der pharaonischen Geschichte Ägyptens. Vor allem die Schmuckgegenstände aus der Metropole von al-Lischt aus der Zeit des Mittleren Reiches - heute Teil der ägyptischen Sammlung des Metropolitan Museums New York - und die im Ägyptischen Museum in Kairo verwahrten Funde aus Dashur sind von herausragender Bedeutung. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung als einen weiteren Höhepunkt erstmals Teile der Schmuckfunde aus dem Grab der Königin Achotep, die - als Mutter des
Gründers der 18. Dynastie - eine besonders kostbare Grabausstattung ihr Eigen nannte. Aus dem königlichen Bereich der Amarnazeit, jener nur rund 17 Jahre währenden religiösen Zwischenzeit des Monotheismus im alten Ägypten, werden beispielhaft die bis heute in einer Privatsammlung befindlichen Siegelringe des Königs Echnaton und seiner Gemahlin Nofretete gezeigt. Obwohl uns rund zwei Jahrtausende von den letzten Zeugnissen der hier präsentierten Zeugnisse altägyptischer Schmuckkunst trennen und aller gierigen Versuche unzähliger Generationen zum Trotz zeigt die Ausstellungen einen umfangreichen Überblick über das sagen- und mythenumwobene Gold der Pharaonen. |