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Gold der Pharaonen

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PHARAONISCHES ÄGYPTEN

Das Geheimnis des goldenen Sarges. Echnaton und das Ende der Amarnazeit

Wenige Phasen der altägyptischen Hochkulturen sind so bekannt wie die Epoche der Amarnazeit (1350 - 1330 v. Chr.), in der Echnaton, der Gemahl der Nofrete, die monotheistische Sonnenreligion des Athon verkündete. Und doch lässt uns die Ausstellung, die nur in München gezeigt wird, neues und geradezu einmaliges entdecken.

Relief mit der Darstellung des Eje und seiner Gemahlin (Ausschnitt), um 1310 v. Chr.
© Ägyptisches Museum Kairo

Relief mit der Darstellung des Eje und seiner Gemahlin (Ausschnitt), um 1310 v. Chr.

Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst München lässt diese erste monotheistische Religion der Menschheitsgeschichte in hochkarätigen Leihgaben - u.a. aus Kairo, New York und Berlin - wieder lebendig werden. Zusammen mit Stücken aus den eigenen Beständen werden darüber hinaus aber auch sämtliche Mitglieder der königlichen Familie - insbesondere Teje, Nofretete und Tutanchamun - vorgestellt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der vieldiskutierte Goldsarg aus dem Grab KV (Kings Valley) 55 im Tal der Könige, dessen Oberteil nun erstmals das Ägyptische Museum in Kairo verlassen hat um nach 3000 Jahren mit dem rekonstruierten Unterteil wieder vereint zu werden, bevor der nun komplette Sarg Anfang 2002 wieder nach Ägypten zurückkehren wird. Zusammen mit den weiteren Funden aus diesem Grab sowie den Beigaben weiterer königlicher Bestattungen dieser Epoche Wiederersteht die ursprüngliche Pracht königlicher Grabausstattung des Neuen Reiches.

Der englische Ägyptologe und Archäologe Edward Russell Ayrton entdeckte die weiträumige Grabanlage zu Beginn des Januar 1907 im Tal der Könige - unmittelbar gegenüber dem 15 Jahre später von Howard Carter entdeckten Grab des Königs Tutanchamun.

Torso einer Kolossalstatue des Tutanchamun. Theben-West, um 1325 v. Chr.
© D. Wildung

Torso einer Kolossalstatue des Tutanchamun. Theben-West, um 1325 v. Chr.

Das - selbst für den damaligen Stand der Wissenschaft - chaotische Vorgehen warf jahrzehntelang zahlreiche Fragen auf: So konnten erst rund 50 Jahre später die exakten Maße des Grabes ermittelt werden und erst rund 80 Jahre nach der Grabungspublikation war es möglich eine weitgehend vollständige Liste der aus dem Grab stammenden und heute weit verstreuten Objekte aufzustellen.

Das Grab und der darin gefundene und nun komplett präsentierte Sarg gewann im letzten Jahrzehnt - aufgrund seiner ungeheuren Bedeutung für die kurze, aber äußerst folgenreiche Periode der Amarnazeit am Ende der 18. Dynastie - immer mehr an Bedeutung. Aufgrund der Inschriften, u.a. mit dem für Echnaton charakteristischen Titel "Vollendeter Herrscher", war es möglich den bisher anonymen Sarg als ein eindeutig für Echnaton hergestelltes Stück zuzuordnen. Bei der im Sarg selbst befindlichen Mumie handelt es sich aber um einen jungen Mann, der nicht älter als 25 Jahre wurde und an dessen Knochen selbst keine Krankheitsanzeichen gefunden werden konnten, so dass es sich bei der Mumie aus KV 55 mit Sicherheit nicht um diejenige Echnatons handelt.

Zur Ausstellung - die in dieser Form nur in München gezeigt wird - erscheint ein reich bebildeter Katalog, der nicht nur den Historikerstreit um den goldenen Sarg resümiert, sondern darüber hinaus anhand neuster Forschungsergebnisse auch versucht einen Schlusspunkt unter die Diskussion über das Königsgrab 55 zu setzen.

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Termine

Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München
bis 06. Jan. 2002

Katalog: DM 32,-

Buchtipp

Siegfried Obermeier: Echnaton. Im Zeichen der Sonne.
8°. 603 S. Pp. Rowohlt, Reinbeck 2001.

Das Gold der Pharaonen

König Amen-
ophis IV., der sich später Echna-
ton nennt, Gemahl der schönen Nofretete, wird zum Ketzer, der durch seinen Sonnenkult radikal mit jahrhunderte-
langen Traditionen bricht. Die gewaltige Unruhe im Land machen sich auch die äußeren Feinde seines Reiches zunutze.

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