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Das Völkerkundemuseum Zürich zeigt aus seiner Fotosammlung Ansichtskarten aus aller Welt, die zu
Beginn des 20. Jahrhunderts, als weite Reisen noch nicht selbstverständlich waren und nur wenige Reisende eine eigene Fotokamera besaßen, verschickt wurden und somit für die
Zuhausegebliebenen das Bild ferner Länder und ihrer Bewohner prägten.
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Postkarte, Pakistan 1911.
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Die Geschichte ihrer weltweiten Verbreitung Ende des 19. Jahrhunderts spiegelt nicht nur die Zeit des
Kolonialismus, sie demonstriert auch die fortschreitende Mobilität der Moderne und erzählt von der Kulturgeschichte des Reisens.
In der Darstellungsweise ferner Länder und fremder Völker auf der kleinen Fläche der Postkarte
offenbart sich eine breite Skala von Haltungen zum abgebildeten Objekt. Man begegnet der Pose des Kolonialisten, des Forschers im Namen der Wissenschaft und des Fortschritts, des Abenteurers und
Weltenbummlers. Auch wenn die Karten in erster Linie für den populären Geschmack eines westlichen Publikums produziert wurden, zeigen die Abbildungen oft ein ethnographisches Interesse und
die Bemühung wird spürbar, möglichst nahe an die Wirklichkeit der fremden Kulturen heranzukommen.
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Postkarte, Isfahan (Iran) 1908.
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Solche Ansichtskarten sind ein wertvolles Zeugnis vergangener Zeiten, denn wo andere visuelle Dokumente
verschwunden sind, haben Ansichtskarten mit ihrer weiten Verbreitung überdauert.
Die Ausstellungsmacherinnen Beatrice Kümin und Susanna Kumschick haben für die Veröffentlichung
in der Ausstellung und in der Publikation Ansichtskarten mit typischen Motiven und wiederkehrenden Sujets zusammengestellt und sich auf jene Themen konzentriert, welche die Postkartenproduzenten und
Konsumenten damals besonders interessierten. Es sind einerseits Ansichten, die den Aufbruch in die Ferne und das abenteuerliche Reisen illustrieren.
Andererseits zeigen sie die Faszination der Europäer an der unbekannten Fauna und Flora, an den Sitten und
Riten der fremdländischen Bevölkerung oder machen das große Interesse an Porträts von Menschen fremder Kulturen sichtbar.
Die frühen Ansichtskarten beeindrucken durch ihre reichhaltigen Gestaltungsvarianten. Sie zeigen die
verschiedenen, heute kaum mehr angewendeten Drucktechniken und Kolorierungsarten, das spannungsvolle Zusammenspiel zwischen Handschrift, Legende und Bild mit ihrer Leichtigkeit und dem bisweilen
versteckten Witz.
Die Ansichtskarten aus der Ferne bergen einen faszinierenden kulturgeschichtlichen Schatz in sich und verzaubern
den Betrachter durch ihre visuelle Kraft und Schönheit.
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