| Livie Joris enge Freundschaft mit der jungen syrischen Soziologin Hala ermöglicht es ihr ein intimes Porträt der modernen syrischen Gesellschaft zu zeichnen.
Reisebericht, biographische Erzählung, Roman und noch viel mehr. Livie Joris schildert ihren sechsmonatigen Aufenthalt in Damaskus, ihr Zusammentreffen mit syrischen Intellektuellen und Regimekritikern und ihre Reisen kreuz und quer durch das jahrtausende alte Land - durch karge Wüstenlandschaften und üppige Oasen, durch moderne Großstädte und kleine Dörfer. Wie ein roter Faden begleitet uns dabei die Lebensgeschichte der syrischen Soziologin Hala, die seit zwölf Jahren zusammen mit ihrer Tochter Asma allein in Damaskus lebt, nachdem der syrische Geheimdienst einst die Wohnung stürmte und ihren Mann Ahmed verhaftete. Halas Leben wird geprägt durch die konservative Familie ihres Mannes, der wechselhaften
Tagespolitik und ihrem eigenen Wunsch nach einem selbständigen, unabhängigen Leben. Ihre Lebenstragödie wird ihr bewusst, als eine Amnestie und somit die Rückkehr ihres Mannes bevorsteht - schließlich hat sie schon längst aufgehört Ahmed zu lieben. The New York Times Book Review schreibt "Besseren Reisejournalismus gibt es nicht." - Dem kann nur unumwunden zustimmen. Livie Joris: Die Tore von Damaskus. Eine arabische Reise.
Aus dem Niederländischen von Barbara Heller.
Kl. 8°. 304 S., Pp. Piper Verlag, München 2000. |