| Der vermeintlich "nahe" Osten, die arabische Welt, gibt uns manche Rätsel auf. Davon zeugen auch viele der musikalischen Annäherungen, wie auch der Rai Kahelds, der eine Brücke schlägt zwischen der Klangwelt des Morgen- und des Abendlandes.
Einzug in westliche Clubs hielt der Algerier Khaled 1996 mit der Balade "Aicha" - ein arabisch modulierter Chanson aus der Feder des Franzosen J.J. Goldmann, mit dem Khaled die französischen Charts eroberte und sich auch außerhalb der arabischen Kultur in die Herzen sang. Die neue CD - nach dem Erfolgsalbum Sahra - zeigt deutlich seine Möglichkeiten, begonnen mit der Neuaufnahme von J. Lennons Hit "Imagine" (zusammen mit der hebräischen Sängerin Noa), sein sicheres Wandeln zwischen den Kulturen: Maghribinische Hochzeitsklänge zusammen mit Soul, Reggae, House, Flamenco u.v.m. Khaled beschreibt in einem Interview seine musikalischen Einflüssen wie folgt: "Als ich in Oran aufwuchs, hörte ich viel Flamenco und andalusische Musik, französische Chansons von Edith Piaf oder Johnny
Halliday, aber auch Elvis Presley - bei uns gab es alles zu hören. Später kamen Bob Marley und andere dazu. Ich liebe Jazz und Blues und mag auch Rap, wenn er nicht zu hart ist. Mir gefällt grundsätzlich keine Musik, die andere zum Hass oder zum Rassismus anstachelt. (...) Meine Musik soll die Gemüter besänftigen. Auf Kenza ist auch die Gnawa-Musik zu hören, denn ich glaube der Einfluß in der Trance- und Techno-Music kommt ursprünglich aus meiner Gegend, aus dem Maghreb, ich selbst stamme ja auch aus Westalgerien, nahe der Grenze zu Marokko." Für die Zeitschrift Stereo ist Kenza "das erste World-Music-Highlight des Milleniums." - (Stereo, Ausg. 03/2000) "Though Khaled's all-embracing life philosophy has led him to many eye-opening mixes of musical traditions, he's never that far from
rai's Bedouin folk music roots. Judging from his latest Cairo concert, his multicultural version of dancehall Arabia is alive and well here. Khaled remains ensconced on the throne of rai. All I can say is: Long live the king!" - (Egypt Today, 04/2000)
"Khaled ist ein Versöhner. Auch politisch. Mit der israelischen Sängerin Noa singt der Araber John Lennons "Imagine" - auf Hebräisch, Arabisch und Englisch. Kluger Pop, guter Pop." - (Berliner Kurier, 04.03.2000) "Vom Leben künden seine Lieder - von Sehnsucht und Leidenschaft (...). Durch seine freizügigen, für streng Religiöse unoralische Texte hat sich das Jugendidol den Zorn der Fanatiker zugezogen." - (Nürnberger Nachrichten, 19.07.2000) Der algerische Sänger und Akkordeonspieler mit Wohnsitz in Paris hat sich nicht nur als "König des Rai", sondern auch als Integrations-, gar als Vaterfigur der nordafrikanischen Popmusik mit ihren globalen Einflussquellen definiert." (Berliner Zeitung, 03.06.2000) Konzerttermine:
13.06.2002 - 20:00 Uhr Zürich, Volkshaus
14.06.2002 - 20:30 Uhr Arteplage de Bienne, Expo.02 |