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Republik Tunesien
Sidi-Oqba-Moschee, Kairouan.

Sidi-Oqba-
Moschee, Kairouan.

Republik Tunesien
Jumhuriat al-Tunisiyya
unabhängig seit dem 20.03.1956
Fläche: 163.600 qkm - Einwohner: ca. 9,5 Mio.
Hauptstadt: Tunis - Einwohner: ca. 700.000
Währung: 1 DM = 0.64 tunesische Dinar (TD)

Tunesien gilt bereits als seit der Altsteinzeit besiedelte Kulturlandschaft. Um 2000 v. Chr. wanderten libysche Stämme in Tunesien ein und die Phönizier begannen bereits um 1100 v. Chr. mit der Erschließung des Küstenlandes und gründeten in rascher Folge die Städte Utica und Karthago, dessen Überreste auch heute noch die bedeutendste phönizische Niederlassung im westlichen Mittelmeer bezeugen. Der karthagische Überseehandel war in der Lage durch die Strasse von Gibraltar sich bis nach Britannien und West-Afrika zu entwickeln. Kurz vor der Jahrtausendwende wird Karthago im 3. Punischen Krieg übernommen, in das Römische Reich eingegliedert und dient für dieses hauptsächlich als Kornkammer.

Seit Mitte des 7. Jhds. n. Chr. gehört Tunesien zum arabisch-islamischen Khalifat, 670 wurde Kairouan - einer der Höhepunkte jeder Tunesienreise - vom muslimischen Feldherr Sidi Oqba als befestigtes Heerlager und Provinzhautstadt gegründet, die sich zum Zentrum islamischer Kultur in Nordafrika entwickelte. Die Regierung wurde durch verschiedene Beamtendynastien, wie z.B. die Aghlabiden übernommen denen es 870 gelang Malta und 902 das byzantinische Sizilien einzunehmen. Nach Auseinandersetzungen mit den Hanafiten gelang es der malikitischen Richtung des Islam Fuß zu fassen, die auch unter den isma'ilitischen Fatamiden ihre Rolle nicht verlor. Zu dieser Zeit stellte Tunesien ein Land mit einer hochentwickelten Landwirtschaft und blühendem Handwerk dar, dessen Küstenstädte Endpunkte von Karawanen und Umschlagplätze für Getreide, Öl und Gold waren. Seit 1574 wurde Tunesien als Teil des Osmanischen Reiches verwaltet und den im 16. Jhd. aus Spanien vertriebenen Mauren gelang es dem Land zu neuer Blüte zu verhelfen.

Republik Tunesien

Karte in GrossaufnahmeRepublik
Tunesien.

Bereits während des 19. Jhds. hatte das Land sich unter der Regentschaft von Ahmad Bey europäischen Einflüssen geöffnet, ehe es nach einem Staatsbankrott, durch den Vertrag von Bardo 1869 gezwungen wurde seine außenpolitischen Kompetenzen an Frankreich abzutreten und 1883 formell französisches Protektorat wurde und in eine tiefe wirtschaftliche Anhängigkeit geriet. Erst mit der Rückkehr von Habib Bourguiba's 1955 aus dem Exil erkannte Frankreich die innere Souveränität Tunesiens an und ein Jahr später wurde dem Land die volle Unabhängigkeit gewährt.

Tunesien lässt sich in drei größere Naturräume untergliedern: Im Nordwesten erhebt sich das bis zu 1.000 m hohe Küstengebirge, abgetrennt von den Ausläufern des Sahara-Atlas durch die fruchtbare Ebene des Mudjarrada. Das tunesische Atlasgebirge bildet mit seinen 1.500 m hohen Gipfel eine Wetterscheide. Im Nordosten gehen die Gebirge in Flachland über, das in mehreren Landzungen sich bis ins Meer hinein erstreckt. Der Süden besteht im Westen aus der Sandwüste des Großen Östlichen Erg (der weiter nach Algerien verläuft) und in östlicher Richtung folgen die Kreidekalkschichtstufen des Djebel Dhahar sowie die Küstenebene , der die Insel Djerba vorgelagert ist.

Im Norden des Landes herrscht mediterranes Klima mit trockenen und heißen Sommern und insbesondere im Gebirge kühlen, regenreichen Wintern. Mitteltunesien hat Steppen-, der Süden Wüstenklima.

Monats-
mittel in °C
Januar April Juli Oktober Dezember
Tunis 11 16 26 20 12
Gafsa 9,5 17 29 20 10
Djerba 12 19 28 24 15,5
Monastir 12 13 27 22,5 14

Tunesien ist reich an Bodenschätzen wie die zahlreichen Eisen, Blei- und Zinkerzvorkommen bewiesen. Darüber hinaus befinden sich in Mitteltunesien große Phosphatlager und im Süden reiche Erdöl und -gasreserven.

Das moderne politische Tunesien ist eine parlamentarische Republik mit Merkmalen eines Präsidialregimes: der Präsident ist zugleich Staatsoberhaupt und Oberkommandierender der Streitkräfte.
Seine Wahl erfolgt in allgemeinen, freien und geheimen Wahlen direkt durch das Volk. Das Land ist verwaltungstechnisch in 23 Gouvernorate eingeteilt und verfügt über ein einheitliches Rechtssystem.

Das Land verfügt über ein gutes bis sehr gutes, rund 19.000 km umfassendes, Straßennetz, so dass sich eigentlich jeder Ort an einem Tag erreichen lässt. Internationale Flughäfen befinden sich neben Tunis (Tunis-Karthage) in allen Touristenzentren auch im Süden (Djerba) sowie im Landesinneren (Touzeur).

In wirtschaftlicher Hinsicht wird der Tourismus, der eine ganz wesentliche Einnahmequelle des Landes darstellt, natürlich stark gefördert.

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