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Demokratische Bundesrepublik Äthiopien
Äthiopien auf der Expo 2000 in Hannover.

Äthiopien auf der Expo 2000 in Hannover.

Demokratische Bundesrepublik Äthiopien
Vertreibung Italiens durch alliierte Truppen 1941
Restauration der kaiserlichen Herrschaft 1942/44
Fläche: 1.100.000 qkm - Einwohner: ca. 60 Mio.
Hauptstadt: Addis Abeba - Einwohner: 2,1 Mio.

Äthiopien gehört zu den ältesten Staaten Afrikas. Die semitischen Habaschat stoßen lange vor Christi Geburt aus Südarabien über das Rote Meer nach Afrika vor und unterwerfen die hier ansässigen hamitischen Völker. Im 4. Jhd. führen die äthiopischen Herrscher das Christentum ein und halten mit den Amharen auch dann daran fest, als die umliegenden Länder islamisiert werden.

Das Land besticht durch die Vielzahl seiner Naturräume. Das Hochland (bis über 1.200 m), das rund die Hälfte des Staatsgebietes einnimmt, wird durch den ostafrikanischen Grabenbruch in zwei Gebiete geteilt. Aus dem Tana-See im Nordwest des Landes entspringt der Blaue Nil. Nach Nordosten hin öffnet sich das Gebiet in die Danakil-Senke, die Tiefen von bis zu 100 m unter dem Meeresspiegel erreicht.

Monats-
mittel in °C
Januar April Juli Oktober Dezember
Addis Abeba 16 18 16 16 15

Ende des 19. Jahrhunderts gelingt es Kaiser Menelik II., mittels italienischer Unterstützung, seine Widersacher auszuschalten und das Land zu vereinen. Menelik gründet 1897 die moderne Hauptstadt Äthiopiens, Addis Abeba.

Nachdem die Italiener im März 1896 bei Adua eine Niederlage erleiden, müssen sie auf ihre sogenannte Schutzherrschaft über Äthiopien verzichten und beschränken sich auf Eritrea. 1936 annektieren die Italiener schließlich erneut Äthiopien (Abessinien) und zwingen Haile Selassie vorübergehend ins Exil, bis das Land 1941 mit Hilfe britischer Truppen wieder "befreit" wird.

Demokratische Bundesrepublik Äthiopien

Karte in GrossaufnahmeDemokratische Bundesrepublik Äthiopien.

Auf den Sturz Haile Selassies 1974 durch eine sowjetisch dominierte Militärjunta unter Führung von Mengistu Haile Mariam folgen 17 Jahre Bürgerkrieg. Nach dem Sieg der Ethiopian People's Revolutionary Democratic Front konstituiert sich 1991 eine Übergangsregierung unter Staatspräsident Meles Zenawi.

Im April 1993 findet in Eritrea ein international überwachtes Referendum statt, bei dem sich die Bevölkerung mit überwältigender Mehrheit für die Unabhängigkeit von Äthiopien ausspricht, die schließlich am 24. Mai 1993 offiziell erklärt wird. Die Häfen Assab und Massawa am Roten Meer gehen somit unter die Kontrolle Eritreas, und Äthiopien verfügt seither über keinen direkten Zugang zum Meer. hervorgeht. - Am 21. August 1995 wird schließlich die Demokratische Bundesrepublik ausgerufen.

Neben einem bisher kaum genutzten Potential der Stromerzeugung mit Wasserkraft verfügt Äthiopien über reiche mineralische Bodenschätze im Süden, der kommerzielle Nutzung noch bevorsteht

Äthiopien ist mit über 90 Ethnien ein Vielvölkerstaat in dem vier große Sprachfamilien (Semitisch, Kuschitisch, Omotisch und Nilo-Saharisch) vertreten sind und dokumentiert somit eindrucksvoll die Wanderungsbewegungen sowohl aus dem arabischen Raum als auch aus dem östlichen Afrika.

Für Reisende sicherlich nicht uninteressant ist die Problematik des Straßennetzes: Insbesondere die zerklüftete Oberfläche des Hochlandes macht den Straßenbau extrem aufwendig, so dass nur bei der Hälfte des Wegenetzes von Allwetterstrassen gesprochen werden kann. Hinsichtlich der Eisenbahn existiert nur die 1917 eröffnete Strecke Addis Abbeba - Djibouti, deren Gleise als auch Waggons und Triebwagen als überaltert gelten dürfen.

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Link- & Buchtipps

Kazuyoshi Nomachi: Äthiopien. Geheimnisvolles Land zwischen Blauem Nil und Rotem Meer.
4°. 203 S. Frederking/Thaler, München 1998.

Kazuyoshi Nomachi: Äthiopien. Geheimnisvolles Land zwischen Blauem Nil und Rotem Meer.

Mit Bildern von über-
wältig-
ender Schönheit porträtiert Kazuyoshi Nomachi das heutige Äthiopien. Ein Land voller geographischer Kontraste, in dem die Lebensweisen der Menschen so unterschiedlich sind wie die Regionen, die sie bewohnen. Man lernt Städte kennen, die christlich-
orthodoxen Pilger, monumentale Kirchen, aber auch Hüttendörfer, Stammesrituale und Nomaden. In seinem Vorwort gibt der Äthiopien-
experte Richard Pankhurst einen spannenden und informativen Einblick in die äthiopische Geschichte und Kultur.

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